Zahn- und Kiefererkrankungen bei Kaninchen und Meerschweinchen

Erkrankungen mit Gewichtsverlust und verminderter Futteraufnahme sind bei Kaninchen, Meerschweinchen und Chinchilla mitunter die häufigste Folge von Zahn- und Kiefererkrankungen.

Die Zähne dieser Nagetiere wachsen lebenslang und werden während des Kauvorganges ständig abgerieben.

Sind Fehlstellungen vorhanden, so erfolgt der Abrieb nur unvollständig und es entstehen Kanten und Spitzen, die die Schleimhäute von Backe und Zunge verletzen bzw. in diese hineinwachsen können. Durch fehlenden Gegendruck kann sogar ein umgekehrtes Zahnwachstum in Richtung Wurzelspitze erfolgen und Entzündungen des Kieferknochens mit Abszessbildung bewirken. Derartige Abszesse erkennt man an der deutlichen knöchernen Umfangsvermehrung am Unterkieferast

Ursachen:

Häufigste Ursache beim Kaninchen ist eine durch Inzucht oder genetisch bedingte, wobei es dann bereits in geringem Alter zu Veränderungen im Sinne einer Oberkiefer-Verkürzung kommt. Die Schneidezähne des Unterkiefers ragen dann säbelartig über die des Oberkiefers.

Mangel an strukturreichem Futter bewirkt eine reduzierte Kautätigkeit, die keinen ausreichenden Zahnabrieb erreicht (besonders bei verminderter Heugabe).

Die Folgen:

Bezüglich des Fressverhaltens verhalten sich die Tiere sehr unterschiedlich, da manche Tiere das Futter sofort verweigern, andere wieder vermehrt weiches Futter bevorzugen und hartes verschmähen.

Bei vorerst noch kaum verändertem Allgemeinbefinden können sich bald durch gestörtes Kauverhalten Verdauungsstörungen mit Blähungen einstellen, welche rasch zur Verschlechterung des Allgemeinzustandes und zu deutlichem Abmagern beitragen.

Behandlung:

Lockere Zähne und solche mit entzündlichen Veränderungen im Wurzelbereich müssen entfernt werden. Durch Fehlstellung extrem wachsende Schneidezähne müssen in regelmäßigen Abständen (ca. alle 6 Wochen) gekürzt werden.

Backenzähne, die zu einer Verletzung von Zunge und Backenschleimhaut führen, müssen abgeschliffen werden.

Prognose:

Fehlstellungen können regelmäßig korrigiert werden.

Treten aber bereits Granulome an der Wurzelspitze auf oder stellt sich ein Kieferabzess ein, so muss eine Prognose schon vorsichtig beurteilt werden, da diese Patienten meist zu spät vorgestellt werden.

Entscheidend ist eine rechtzeitige Behandlung, bevor die Tiere in einen schlechten Allgemeinzustand geraten.

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